Welche Marke aktuell die meisten Plug-in-Hybridmodelle im Programm hat ist spontan nicht so einfach zu beantworten und die Überraschung dabei ist sicherlich groß.
Es ist der Sportwagenhersteller aus Stuttgart – Porsche.
Mit Panamera S E-Hybrid, 918 Spyder und dem gerade erschienenen Cayenne S E-Hybrid bietet Porsche somit gleich drei Fahrzeuge als Hybride an – so viele wie sonst keiner. Hiermit hat Porsche im doppelten Sinne des Wortes still und leise Toyota und Lexus überholt – die ja bislang die Synonyme für Hybridtechnik schlechthin waren.
Ja, der 918 Spyder ist ein exklusiver Supersportwagen für maximal 918 Kunden und ist sehr, sehr teuer, aber der Cayenne S E-Hybrid zum Beispiel ist genauso teuer wie der Cayenne S Diesel und liegt mit 82 087 Euro deutlich unterhalb von 100 000 Euro. Beim Panamera entscheidet sich mittlerweile jeder zehnte Käufer für den zusätzlichen Elektroantrieb. Bei seinem gerade überarbeiteten Volumenmodell Cayenne rechnet Porsche mit einem ähnlichen Prozentsatz.
Vier Jahre ist es nun her, da legte Porsche mit dem Cayenne S Hybrid den Grundstein für sein Hybridprogramm. Das SUV erreichte einen Normverbrauch von 8,2 Litern und war damit damals das sparsamste Modell im Segment. Im vergangenen Jahr kam mit dem Panamera S E-Hybrid der erste Plug-in-Hybrid von Porsche. Auch der Cayenne S E-Hybrid setzt auf seine Technik und unterbietet mit seinem Normverbrauch von 3,4 Litern je 100 Kilometer den Vorgänger aus dem Jahr 2010 um fast 60 Prozent. Beim CO2-Ausstoß sind dies 114 Gramm pro Kilometer weniger. Der Panamera S E-Hybrid schafft aufgrund seines geringeren Gewichts sogar Normwerte von 3,1 Litern und 71 Gramm.
Porsche nennt für seine beiden S E-Hybrid elektrische Reichweiten von bis zu 36 Kilometern.
Beide Plug-in-Hybrid-Porsche fahren stets nur mit dem 70 kW / 95 PS starken Elektromotor an. Sofern nicht vorher ein bestimmter Druckpunkt am Gaspedal überschritten und zusätzlicher Beschleunigungsbedarf signalisiert wird, bringt er den Wagen mit Strom bis auf Tempo 125 (Cayenne) bzw. 135 km/h (Panamera). Erst danach schaltet sich automatisch der 245 kW / 333 PS leistende 3,0-Liter-Kompressormotor dazu. Je nach Ladesäule soll die Batterie nach zwei oder dreieinhalb Stunden wieder voll aufgeladen sein, kann aber auch während der Fahrt im ,,E Charge-Modus wieder auf Vordermann gebracht werden. Nach einer halben bis einer Stunde steht dann ,,wieder ordentlich elektrische Leistung zur Verfügung, wie es Porsche selbst sagt. So lässt sich beispielsweise unterwegs schon einmal Strom für die anstehende Fahrt durch die Stadt speichern.
Für Porsche ist die Plug-in-Hybrid-Technik gleich in doppelter Hinsicht ein Gewinn. Zum einen hilft sie, die Autos sparsamer zu machen, auf der anderen Seite steigert sie auch die Performance, wenn der E-Motor den klassischen Verbrenner beim Beschleunigen zusätzliche Kraft verleiht. Sparsamer auf der einen, sportlicher auf der anderen Seite – das ist längst kein Widerspruch. Cayenne und Panamera beschleunigen als S E-Hybrid in unter sechs Sekunden von null auf 100 km/h und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 243 km/h (Cayenne) bzw. 270 km/h
Der bekannte Sportwagensound ist mit dem Vollhybridantrieb nicht verschwunden, aber es gibt eben noch eine andere Art von Genuss: Auch in einem Porsche ist nahezu lautloses Fahren in einer Welt voller Lärm ein entspannendes Erlebnis – nicht das Motorengeräusch, sondern gerade sein Fehlen ist plötzlich Ausdruck der Souveränität. Vorbei sind also die Zeiten, in denen ein Sportwagen allein schon am satten Auspuffklang zu erkennen ist. Die Hörgewohnheiten von Autofahrern werden sich verändern, denn es dürfte in Zukunft immer häufiger vorkommen, dass ein Porsche lautlos auf der linken Seite überholt.
Quelle: Auto-Presse